Wissen und Beruf

Wissenswertes aus der Arbeitswelt

01
Apr

Immer mehr junge Menschen wollen Übersetzer werden

Die starke internationale Verflechtungen der Wirtschaft, der Kultur, der Bildung und vieler anderer Bereiche des gesellschaftlichen Lebens drängt eine Berufsgruppe immer mehr in den Mittelpunkt: den Übersetzer.
Aufgaben und Berufsbild

Er wird auch als Sprachmittler bezeichnet und hat es mit schriftlichen Texten zu tun, die er aus einer Ausgangssprache in eine Zielsprache übersetzt. Gerade beim Abschluss von Verträgen in der Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ist Genauigkeit oberstes Gebot. Hier werden Profis gebraucht, die in einem Übersetzungsbüro ihrer Arbeit tun. Leider ist der Beruf „Übersetzer“ nicht geschützt, sodass es Sinn macht, die Arbeitsaufgabe zu konkretisieren mit der Qualifikation, z. B. „Staatlich geprüfter Übersetzer“. Das hat den Vorteil, dass man sich von ungeprüften Übersetzern abhebt und so dem Kunden das Gefühl gibt, einen kompetenten Ansprechpartner zu haben, an der richtigen Adresse zu sein.

Spezialisierungen

Übersetzer werden fachspezifisch unterteilt in Fachübersetzer, die sich auf bestimmte Textsorten in verschiedenen oder nur einem Gebiet spezialisieren. Das können z.B. Medizin, Recht oder Bank- und Handelswesen sein. Dabei sind jene im Vorteil, die mehrere Sprachen beherrschen und viele Gebiete bedienen können. Zu den Fachübersetzern gehört auch der Urkundenübersetzer, der wohl bekannteste Vertreter seines Berufes. Ebenso gehören die Software-Lokalisierer in diese Gruppe, die wohl gefragtesten Spezialisten. Ihre Aufgabe ist es, die entwickelte Software dem jeweiligen Kulturkreis des Marktes anzupassen. In einem Übersetzungsbüro arbeiten auch Literaturübersetzer. Ihnen verdanken wir die Existenz der Weltliteratur in deutscher Sprache. Die Terminologen erarbeiten Terminologie-Datenbanken für Firmen und Behörden weltweit.

Ausbildung

Staatlich geprüfte Übersetzer werden an sogenannten Euro-Schulen ausgebildet. Dabei handelt es sich vor allem um Quereinsteiger aus anderen Berufen. Dazu sind neben einem Abitur oder einer fachgebundenen Hochschulreife ein erfolgreicher Eignungstest, Englisch-Kenntnisse auf B2-Niveau, Interesse und Vorkenntnisse in einer zweiten Fremdsprache erforderlich. Nun werden Übersetzungstechniken erlernt, verschiedene mehrsprachige Übungen und Korrespondenz praktiziert. Zusätzlich lernt man PC-gesteuertes Übersetzen und Terminologie-Management-Systeme kennen. Bevor der Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer erfolgt, steht ein zwölfwöchiges Auslandspraktikum auf dem Lehrplan. Ein anderer Weg ist der über spezielle Studiengänge an Universitäten und Fachhochschulen zum Diplom-Übersetzer oder Diplom-Fachübersetzer. Nach einer Ausbildung in der Privatwirtschaft kann man handelsorientierte Prüfungen ablegen. Die Zulassungsvoraussetzungen werden hier nach der kaufmännischen Erfahrung bestimmt.

Praxis und Verdienst

Die meisten Übersetzer arbeiten in einem Übersetzungsbüro freiberuflich gegen ein Honorar, dass direkt mit dem Kunden ausgehandelt wird, von dem der Auftrag kommt. Andere sind als freie Mitarbeiter für Agenturen und Übersetzungsbüros tätig, wodurch sie auf einen Teil des Honorars für die Vermittlung an sie verzichten müssen. Grundlage der Bezahlung ist die Textmenge, die sich aus Normseiten, Normzeilen, Wörtern und Zeichen bestimmt. Eine andere Basis ist die aufgewandte Arbeitszeit für die Übersetzung. Dabei kann auch eine besondere Schwierigkeit auf den Verdienst Einfluss nehmen. Es handelt sich um einen Zukunftsberuf, der krisensicher und sehr vielseitig ist.

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