Wissen und Beruf

Wissenswertes aus der Arbeitswelt

29
Apr

Berufliche Reha – Die Chance auf einen Neuanfang

Auf die Frage: „Was ist eine berufliche Rehabilitation?“ erhält man von Vielen die Antwort: „Eine Umschulung vom Arbeitsamt.“ Dies ist zwar teilweise richtig, insgesamt ist eine berufliche reha jedoch viel mehr. Sie ist eine gesetzlich geregelte Chance für Menschen, die ihren erlernten Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können.

Welches Gesetz regelt die berufliche Rehabilitation?

Die Berufliche Rehabilitation wird vor allem durch das Sozialgesetzbuch XI (SGB XI) geregelt, aber auch in den Sozialgesetzbüchern III und XII (SGB III und SGB XII) gibt es ergänzende Paragraphen.

Wann habe ich Anspruch auf eine berufliche Rehabilitation?

Menschen, die dauerhaft – also länger als 6 Monate am Stück – erkrankt sind, oder Gefahr laufen dauerhaft zu erkranken und daher ihren alten Beruf nicht mehr voll konkurrenzfähig ausüben können, haben die Möglichkeit einen Antrag auf berufliche Rehabilitation zu stellen.


Wo kann ich einen Antrag auf berufliche Rehabilitation stellen?

Mögliche Leistungsträger sind die Bundesagentur für Arbeit, die Träger der gesetzlichen Rentenversicherung, der gesetzlichen Unfallversicherung, der Kriegsopferversorgung oder der öffentlichen Jugendhilfe. Falls man bei keinem der eben genannten Träger einen Anspruch hat, kann auch der Sozialhilfeträger einspringen.


Wie finde ich heraus, wer für mich zuständig ist?

Wenn man nicht sicher ist, wer für einen zuständig ist, kann man sich an eine sogenannte „gemeinsame Servicestelle für Rehabilitation“ wenden. Eine solche Beratungsstelle gibt es inzwischen in jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt.

Welche Reha-Leistungen gibt es überhaupt?

Um eine Besserung des Gesundheitszustandes und damit auch der Arbeitsfähigkeit zu erreichen, kann man eine medizinische Reha beantragen. Wie der Name schon andeutet, handelt es sich hierbei um ambulante oder stationäre Behandlungen durch Fachkräfte aus dem Gesundheitsbereich (z.B. Ärzte, Psychologen, Physiotherapeuten, etc.).

Für Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen ihren bisherigen Beruf nicht mehr ausüben können, gibt es die Möglichkeit einen Antrag auf sogenannte „Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben“ zu stellen. Ziel dieser Leistungen ist es in erster Linie die zuletzt ausgeübte Arbeitsstelle zu sichern (z.B. durch einen Eingliederungszuschuss an den Arbeitgeber) oder – falls dies nicht möglich ist – den Antragsteller durch eine Weiterbildung oder Umschulung für einen anderen Beruf zu qualifizieren, den er gesundheitlich noch ausüben kann.

Mögliche zusätzliche Reha-Leistungen wären die „Unterhaltssichernden und anderen ergänzenden Leistungen“ wie z.B. Krankengeld, Versorgungsgeld oder Unterhaltsbeihilfe, aber auch Kostenerstattungen für Kinderbetreuung, Rehabilitationssport oder eine Haushaltshilfe während man Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben erhält und keiner Erwerbstätigkeit nachgehen kann oder die „Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft“. Letztere umfassen z.B. heilpädagogische Leistungen oder Hilfen bei der Beschaffung, Ausstattung und Erhaltung einer Wohnung .


Wer legt fest, welche Reha-Leistung für mich in Frage kommt?

Welche Reha-Leistung am besten geeignet ist um die berufliche Wiedereingliederung zu sichern, entscheidet der zuständige Träger. Um eine Entscheidung über eine Förderung zu treffen müssen die einzelnen Möglichkeiten abgeklopft und neben der gesundheitlichen Eignung vor allem auch die Fähigkeiten und die Interessen des Antragsstellers in die Überlegungen einbezogen werden. Zur Festellung ob die Voraussetzungen für eine berufliche Rehabilitation vorliegen, werden daher für gewöhnlich auch ärztliche oder/ und psychologische Gutachten herangezogen.

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